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Der TorKUD Data Viewer

von Hendrik Sass

Tornadoschneise in Paderborn (20.05.2022) im neuen Data Viewer



Mit unserem neuen Data Viewer machen wir unsere Untersuchungsergebnisse zentral gebündelt auf einer interaktiven Karte sichtbar. Der Data Viewer ersetzt unsere tabellarische Datenbank und macht uns unabhängig von Drittanbietern wie Google My Maps. Das Tool richtet sich an Fachpublikum und Interessierte, dient aber gleichzeitig als interne Arbeitsoberfläche während laufender Untersuchungen.

 

➡️ Der Viewer ist öffentlich verfügbar unter karte.torkud.de.


Ansicht ganz Deutschland, alle Fälle aktiviert
Ansicht ganz Deutschland, alle Fälle aktiviert

Datenbasis und Abgrenzung

 

Aktuell sind etwa 200 Tornados enthalten. Der Datenbestand ist nicht als Vollinventar aller in Deutschland bestätigten Tornados zu verstehen (hierzu verweisen wir auf www.tornadoliste.de), sondern umfasst ausschließlich Fälle, die von TorKUD kartiert wurden. Da wir das Tool als Arbeitsoberfläche nutzen, werden Fälle bereits während der Untersuchung eingepflegt, sodass der Bearbeitungsstand laufender Kartierungen im Viewer nachvollziehbar ist. Als Basemaps stehen insbesondere eine hochaufgelöste Satellitenbildkarte sowie eine dunkle topografische Karte zur Verfügung.

Tornadoschneise in Holnstein (04.04.2024). Links topografische Karte, rechts Satellitenbild.
Tornadoschneise in Holnstein (04.04.2024). Links topografische Karte, rechts Satellitenbild.

Ebenenstruktur

Ebene 1: Schneisen

Die Schneise, dargestellt als Linie oder Polygon, bildet das zentrale Kartierungselement. Jede Schneise ist anklickbar und liefert tabellarische Metadaten, darunter Datum/Uhrzeit, maximale Intensität, Schneisenlänge/-breite, Personenschäden, Landbedeckung und Siedlungstyp.

 

Ebene 2: Schadensaufnahme

Für viele Tornados, insbesondere in den letzten Jahren, sind entlang der Schneise Schadenspunkte erfasst, teils in hoher Dichte. Diese Punkte sind einzeln anklickbar und enthalten mindestens den Damage Indicator (DI) und den Degree of Damage (DoD), woraus sich die Intensität auf der IF-Skala ableitet. Je nach Datenlage beinhalten manche Punkte außerdem Beschreibungen und Bildmaterial. Die Ebene lässt sich mit der Taste "S" ein- und ausschalten.

 

Ebene 3: Wirkungsrichtungspfeile

Ergänzend können bei einigen Fällen aus den letzten Jahren Wirkungsrichtungspfeile eingeblendet werden, die z. B. dokumentierte Fallrichtungen von Bäumen anzeigen. Diese Informationen spielen auch bei der Aufklärung von Tornado-Verdachtsfällen eine zentrale Rolle. Die Ebene lässt sich mit der Taste "W" ein- und ausschalten.

 

Die Detailtiefe ist je nach Fall unterschiedlich, da auch mehrere Dutzend teils jahrhundertealte Ereignisse enthalten sind, für die naturgemäß oft weniger Informationen vorliegen. Ziel ist, dass zukünftige Tornados, die wir mit dem Tool kartieren, möglichst vollständig über alle drei Layer dokumentiert werden. 


Ebene 1: Schneisen (Tornado in Lippstadt, 20.05.2022); Ebene 2: Schadensaufnahme (Tornado in Paderborn, 20.05.2022); Ebene 3: Wirkungsrichtungspfeile (Tornado in Dissen, 12.07.2024)


Datenbrowser

Neben der Exploration per Klick ist die Filterlogik ein Kernbestandteil des Tools. Die Schneisen- und Punktlayer sind im Datenbrowser nach verschiedenen Parametern selektierbar. Damit lassen sich sehr schnell Teilmengen für konkrete Fragestellungen erzeugen, zum Beispiel:

 

"Nur Tornados, die nach 1970 auftraten, eine Schneisenbreite von mindestens 400 Metern hatten und durch Waldgebiete zogen."

"Nur Schadenspunkte mit dem Schadensindikator BR* (Dachstruktur) und dem Schadensgrad 2 (Dach zerstört)."


Einordnung

Unser Data Viewer orientiert sich konzeptionell am Damage Assessment Toolkit (DAT) der NOAA sowie an tornadoarchive.com, ist aber auf unsere Prozesse und Datenlage zugeschnitten und bietet zusätzliche Informationen. Wie beim DAT sind Eintragungen nicht als abschließend zu betrachten, insbesondere wenn Fälle erst kürzlich auftraten und noch in Untersuchung sind. Punktdichte und Datenheterogenität variieren je nach Datenstand. 

 

Wie beim NOAA Damage Assessment Toolkit (DAT) dient der Data Viewer nicht nur der Darstellung, sondern auch als interne Arbeitsoberfläche: Wir erfassen und aktualisieren Schneisen- und Punktdaten bereits während laufender Untersuchungen. Dadurch können Einträge in frühen Phasen vorläufig sein und sich bis zum Abschluss der Untersuchung noch ändern; der Fortschritt ist im Viewer jedoch live nachvollziehbar.

 

Feedback und Anregungen nehmen wir gerne über das Kontaktformular entgegen.

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